Ein Verbundprojekt der
Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
und der Fachhochschule Lübeck


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Gefördert vom

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Im Verbundvorhaben der HSU und der FH Lübeck wird untersucht, ob und inwieweit durch die Entwicklung und Einführung von Fachlaufbahnen eine verbesserte Durchsetzung von Chancengleichheit für Frauen in Unternehmen erreicht werden kann.

Der Schwerpunkt des Projektes liegt dementsprechend auf der Berücksichtigung von zusätzlichen Karrieremöglichkeiten für Frauen hinsichtlich der Fachlaufbahn. Eine besondere Betrachtung kann dabei auf MINT-Berufsbereiche erfolgen, da in diesen seit langem ein zu geringer Frauenanteil beobachtet wird. Demzufolge sind in der Regel auch in den Führungspositionen in den MINT-Bereichen keine/kaum Frauen beschäftigt1.

Deshalb wird im Rahmen des Projektes untersucht, ob Fachlaufbahnen gerade für Frauen einen zusätzlichen wesentlichen Anreiz bieten, verstärkt MINT-Fächer zu wählen. Bisher beinhalten die MINT-Einsatz-/ Berufsbereiche überwiegend hochinteressante Aufgaben, aber die traditionellen Karrierewege im Rahmen der Führungslaufbahn sind oft nicht ausreichend und nicht genügend attraktiv.

Betriebswirtschaftliche Studienrichtungen werden in diesem Forschungsprojekt gleichermaßen berücksichtigt, da bei diesen ebenfalls viele Fachlaufbahnmöglichkeiten in Unternehmen vorhanden sind.

Im Forschungsvorhaben werden insbesondere folgende Forschungsfragen konzeptionell und empirisch bearbeitet:

  • Inwieweit ist in der deutsch- und englischsprachigen Literatur das Thema Fachlaufbahn generell unter Gender-Aspekten bereits wissenschaftlich fundiert und praxisrelevant behandelt worden?
  • Welche Erfahrungen wurden in der betrieblichen Praxis mit Fachlaufbahnen gemacht?
  • Stellen Fachlaufbahnen für Frauen und/oder Männer besondere Karriere-Anreize dar?
  • Unter welchen Rahmenbedingungen gelten Fachlaufbahnen für Frauen bzw. Männer als attraktiv?
  • Welche Vor- und Nachteile gegenüber der traditionellen Managementlaufbahn sind hier zu beachten?
  • Welche Grenzen und Möglichkeiten sind im Entwicklungs- und Einführungsprozess konkret zu beachten?
  • Wie ist eine hohe Akzeptanz für Fachlaufbahnen zu erreichen?
  • Verändern Fachlaufbahnen „Entscheidungsmacht“ in Unternehmen?
  • Welchen Einfluss haben Fachlaufbahnen auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben?
  • Wie sind die Auswahlprozeduren zu gestalten?
  • Wie sind Leistungs- und Potentialbeurteilungen durchzuführen?
  • Wie sind Gehaltssysteme für Fachlaufbahnen im Abgleich mit der sonstigen Bezahlung von Fach- und Führungskräften zu konzipieren?
  • Haben Fachlaufbahnen einen Einfluss auf den sog. „gender pay gap“?
  • Wie ist die Vernetzung mit anderen Laufbahnsystemen inkl. Wechselmöglichkeiten herzustellen?
  • Wie ist der Einführungsprozess für Fachlaufbahnen mit der speziellen Zielsetzung zu gestalten?
  • Welche konkreten Organisations- und Personalentwicklungsmaßnahmen sind zu beachten?
  • Wie sind entsprechend der Erkenntnisse konkrete Fachlaufbahnmodelle zu konzipieren?
  • Welche Möglichkeiten der Erfolgsmessung sind hier zu empfehlen?


1 Vgl. Statistiken
Kerst, C. (2010), Berufseinmündung und Erwerbstätigkeit der Absolventen von MINT-Studiengängen, Hochschul-Informationssystem GmbH, Vortrag Fachtag „Arbeitsmarkt für Akademiker“, Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg.
Brenke, K. (2010), Führungspositionen: Frauen holen allmählich auf, DIW Berlin, Wochenbericht Nr. 45/2010, Berlin.
Statistisches Landesamt Baden-Württemberg (2010), 2009 arbeitete jeder neunte Beschäftigte in Baden-Württemberg in einem MINT-Beruf, Newsletter – Nr. 285/2010, Stuttgart
http://www.statistik-bw.de/Pressemitt/2010285.asp (Stand: 24.02.2011).


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